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7. März 2017

Der Fuchs in Bonn und Berlin

Seit 2012 spiele ich mit Heiki Ikkola und Sabine Köhler ein Theaterstück nach dem Kinderbuch von Martin Baltscheit: „Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor“. Am letzten Wochenende haben wir in der Bonner Brotfabrik die 101. Vorstellung gespielt. Genau genommen war es erst meine 99., weil die Geburt meiner Tochter Margarita 2015 gefährlich nah auf einen Vorstellungstermin fiel, und mein geschätzter  Kollege Tobias Herzz Hallbauer mich für zwei Vorstellungen dankenswerterweise ersetzt hat.

In dem Stück geht es um einen Fuchs, der unaufhaltsam dement wird. Diese an sich traurige Geschichte wird mit viel Humor, Tempo und Tiefe erzählt, mit minimalem Bühnenbild und wunderbarem Licht. Einer meiner musikalischen Helden, Nik Bärtsch, der bei einer Vorstellung in Zürich war, hat mir danach über das Stück geschrieben: Präzis, überraschend, lustig, skuril, deep, wunderbar!

Es ist mir immer wieder eine grosse Freude, das Stück zu spielen, so richtig fühle ich mich an diesem Ort. Wir haben nach dem Stück fast immer einen sehr innigen Kontakt zum Publikum. Die Kinder wollen meist den Fuchs streicheln. (Wir arbeiten bei dem Stück mit 2 präparierten Füchsen, also Wesen, die wirklich ein echtes Leben gehabt haben). Die Erwachsenen erzählen uns von sich, von ihren Erfahrungen mit Demenz in der Familie, oder von der Angst, dass es einen selbst treffen könnte. Und oft bleiben sie sitzen und reden mit ihren Kindern über das Stück, manche weinen, anderen lachen, das ganze Leben eben.

Es immer wieder wunderbar, mit Sabine und Heiki zu arbeiten, ich bin beiden und unserem coolen Beleuchter Jojo sehr dankbar. Das Stück entwickelt sich nach wie vor, auch nach so vielen Vorstellungen gibt es für mich immer wieder Momente des Staunens. Meine 100. Vorstellung (also insgesamt die 102.) werde ich am 2. April in Berlin in der Schaubude spielen. Ich freu mich schon jetzt drauf.